Geoffrey Matiti und Benson Momba in Sedrun

«Matonyok» – working together in friendship

In den letzten Tagen hatten wir hohen Besuch: ich und meine Familie durften einige Tage in Sedrun mit unseren Freunden Geoffrey Matiti und Benson Momba aus Kenya verbringen!
Mit den beiden sind wir seit einigen Jahren freundschaftlich verbunden durch die Arbeit von IFM, International Friendship Ministry. Das Ziel des Vereins IFM ist, Freundschaften zu pflegen über Kulturen und Kontinente hinweg, sowie in einer einfachen, unkomplizierten Form Entwicklungszusammenarbeit zu leisten (siehe auch die Vision von IFM).

Der Besuch von Geoffrey und Benson war deshalb ganz in diesem Sinne: Freundschaft pflegen, austauschen, Zeit miteinander verbringen, einander besser kennenlernen. Wir haben in den drei Tagen viel diskutiert; über Politik, den Glauben, die unterschiedliche Kultur, das Essen, etc., etc. In den Gesprächen sind wir immer wieder auf ein Thema gestossen: Miteinander am gleichen Strick ziehen, freundschaftlich zusammenarbeiten, um ein Ziel zu erreichen – über Länder, Kontinente und Kulturen hinweg. In der Sprache der Massai gibt es dafür ein Wort: «Matonyok» (ausgesprochen „mataniogg“).

Mir ist dabei neu aufgegangen, dass «Matonyok» eigentlich der Schlüssel ist (und auch sein muss) in der Arbeit von IFM – und auch der Schlüssel sein sollte, bei jeglicher anderer Entwicklungszusammenarbeit! Denn: es bringt nichts, einfach irgendwo und irgendwem Geld zu spenden. Geld in ärmere Länder zu senden löst noch keine Probleme und dient auch nicht unbedingt dem Erreichen der Milleniumsziele (vergleiche www.stoparmut.ch). Erst wenn ich mich als Spender wirklich auf Menschen einlasse und Ihnen respektvoll begegne – eben: anfange mit ihnen zusammenzuarbeiten! – dann wird meine Hilfe Frucht bringen.

In den Gesprächen mit Geoffrey und Benson ist uns immer wieder klar geworden, dass dieses Zusammenarbeiten für uns sehr wertvoll und wichtig ist. So darf ich meinen Freunden und Partnern in Kenya voll vertrauen. Sie wissen besser mit den Umständen in diesem mir fremden Land zurecht zu kommen, wissen besser, was jetzt gerade ansteht und was zu tun ist. Sie wiederum wissen, dass wir hier in der Schweiz voll hinter ihnen stehen, sie mit Gebet, Finanzen, einem wachsenden Freundeskreis und immer wieder auch mit Rat und Tat unterstützen.

Doch «Matonyok» bezieht sich nicht nur auf die Arbeit mit IFM. Täglich gibt es Situationen, wo eigentlich eine Zusammenarbeit in Freundschaft nötig wäre, aber manchmal schlicht vergessen geht oder verdrängt wird: wer hat meinen heiss geliebten Kaffee produziert und wie viel hat diese Person dabei verdient? Unter welchen Bedingungen hat die Näherin mein T-Shirt hergestellt? «Matonyok» heisst auch hier: respektvoll miteinander zusammenarbeiten – nicht ausbeuten und nicht nur auf den Preis eines Produktes achten.

Du darfst diesen Beitrag also gerne als Ermutigung verstehen: «Matonyok» – working together in friendship!