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QR Codes sinnvoll nutzen: Zielpublikum (1/5)

Ich finde QR Codes eigentlich eine ganz tolle Sache. Aber immer wieder sehe ich QR Codes, die mich ratlos zurücklassen, weil sie einfach kein Sinn machen.
Schon seit einiger Zeit habe ich mich nun etwas mehr darauf geachtet, wie QR Codes gebraucht werden, wo deren Einsatz funktionieren könnte und wo nicht. Meine Beobachtungen und meine Schlüsse, die ich daraus ziehe, möchte ich in einer kleinen Serie nun mit euch teilen. Hier der erste Teil:

Behalte dein Zielpublikum im Auge

Nur weil QR Codes jetzt gerade (oder nunmehr schon ziemlich lange) gehypet werden, müssen sie nicht auch zwingend für dein Anwendungsgebiet nützlich sein. Es lohnt sich also, etwas genauer zu schauen, wer genau diese Menschen sind, die scannen, wie oft sie scannen und was sie für Informationen aufrufen.

Nutzung von QR Codes

Wenn im 2010 bei Umfragen zum Teil erst rund 50% der Teilnehmer  wussten, was ein QR-Code überhaupt ist, kann man heute davon ausgehen, dass  nun (je nach Umfrage etwas mehr oder etwas weniger als) 80% der Leute etwas mit QR Codes anfangen können.

Aber wissen, was mit einem Code machen und diesen dann auch wirklich scannen, ist immer noch ein Unterschied: Studenten – könnte man vermuten – sprechen leicht an auf neue technische Möglichkeiten. Aber: eine Umfrage unter US-Studenten hat Mitte 2011 ergeben, dass nur knapp 20% gewillt sind, einen QR Code zu scannen, wenn sie einen sehen.

Eine kürzlich erschienene Studie über die QR Code Nutzung in Europa zeigt, dass diese zunehmend genutzt werden. Auch wenn die Schweiz in der Studie fehlt, kann unsere QR Code Nutzung wohl ungefähr mit der in Deutschland verglichen werden.

Smartphone nötig

Um einen QR Code zu scannen ist (fast) zwingend ein Smartphone nötig (Es gibt einige wenige Online-Tools, die ein QR Code umwandeln in die darin enthaltene Information – macht aber nur im Ausnahmefall Sinn). In der Schweiz sind Smartphones eigentlich allgegenwärtig, wir leben in einem Land mit einer sehr hohen Smartphone-Dichte. Grundsätzlich also gute Voraussetzungen für den Einsatz von QR Codes!

Zu beachten ist aber, dass die Zielgruppe aber durch diesen Umstand immer „beschnitten“ wird: ältere Menschen, Menschen mit geringem Einkommen oder Menschen, die sich nicht für „moderne Technik“ interessieren und die gar kein Smartphone wollen (ja, die gibts..) können nicht angesprochen werden.

Fazit

Der Tumblr-Feed http://picturesofpeoplescanningqrcodes.tumblr.com/ zeigt es auf ironische Weise: wie viele Leute hast du schon gesehen, die einen QR Code scannen? Eben. Und wie viele QR Codes hast du selbst schon gescannt? Also.

Ich glaube, nur weil wir ein Land der Smartphonebesitzter sind und zunehmend mehr QR Codes auf Plakaten, Inseraten oder auf Autos auftauchen, machen sie auch automatisch immer Sinn. Es sind eben nebst der richtigen Zielgruppe, die angesprochen werden soll noch weitere Faktoren wichtig: einen klaren „Call to Action“, einen Mehrwert durch das Scannen, eine mobile Zielseite und nicht zuletzt einen QR Code, den man auch wirklich scannen kann. In den weiteren Artikeln dieser Mini-Serie will ich auf diese Aspekte eingehen.

Bis dahin wünsche ich viel Spass beim QR Code scannen! ;-)